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Der diabetische Fuss

chronisches Lymphödem

Der diabetische Fuss

Als Anpassung an den aufrechten Gang weist der menschliche Fuß eine hohe anatomische und funktionale Komplexität auf. Es ist für uns alle selbstverständlich, dass wir gehen. Kommt es jedoch zu Veränderungen der anatomischen und funktionalen Komplexität, bedeutet das eine hochgradige Einschränkung unserer Lebensqualität. Das Selbstverständliche, das Normale ist mit einem Schlag verloren

Ist die Diagnose Diabetes mellitus gestellt, kommt es im menschlichen Organismus, in unserem Körper zu einer Reihe von entscheidenden Veränderungen, welche alle Organe betreffen.
Kontrolle der Blutzuckerwerte, Tagesprofile und HbA1C Werte geben uns Aufschluss über die aktuelle Stoffwechselsituation, signalisieren aber auch Prognosewerte für etwaiige Komplikationen, somit auch für den „diabetischen Fuß“.
Die Prognose und somit die Aussicht auf mögliche Komplikationen stellen somit einen wichtigen Faktor dar.
Aufklärung durch Ärzte und Medien, sowie die „Eigenverantwortlichkeit des Betroffenen“ sind erste Schritte, um Komplikationen zu vermeiden.
Für die Komplikation – der diabetische Fuß – sind eine Vielzahl von Organsystemen verantwortlich. Bedingt durch die hohe funktionale Komplexität des menschlichen Fußes, müssen auch auf alle diese Faktoren in der Betreuung Rücksicht genommen werden. Es ist nicht nur der Fuß. Es sind eine Vielzahl von Strukturen zu berücksichtigen. Gefäße, Arterien und Venen, Lymphbahnen, Nerven, Knochen, Gelenke, Bänder, die Haut und die Hautanhangsgebilde, wie zum Beispiel die Zehennägel, sind in dieser Komplexität als geschlossene Einheit inkludiert.
Die funktionelle Komponente setzt sich nun aus Belastung, das tägliche Leben, Beruf , Sport und Freizeitgestaltung, sowie Fußpflege und Schuhwerk zusammen. Unvorhersehbare Komponenten, wie zum Beispiel Verletzungen, oder zusätzliche Risikofaktoren – Nikotinkonsum – sind nur schwer kalkulierbar, aber auch von prognostischer Bedeutung.
Man kann jedoch zweifelsohne erkennen, dass es sich um einen umfassenden und individuellen Themenkreis handelt. Kommt es auch nur in einem, der angeführten Punkte, zu einer Störung, nimmt das Schicksal seinen Lauf – der diabetische Fuß. Das erklärte Ziel ist es, zu verhindern, dass es zu einem „diabetischen Fuß“ kommt. Daher steht an erster Stelle – die Vorsorge.
Die Vorsorge beinhaltet die regelmäßige Kontrolle der Beine und der Füße. Die ersten Anzeichen sind unter anderem: trockene, rissige Haut, übermäßige Schwielenbildungen an den Fußsohlen, Veränderungen an den Zehennägeln, welche oft fälschlicherweise als Pilzbefall gedeutet werden, schlecht heilende Wunden, herabgesetzte Schmerz- oder Temperaturwahrnehmung, erhöhte Infektanfälligkeit.
All diese und viele andere mehr, signalisieren den diabetischen Fuß. Ist man sich selbst in der Beurteilung der Füße nicht sicher, sollte man die Füße von einem Spezialisten begutachten lassen – lieber einmal zu viel, als zu spät. Liegen krankhafte Veränderungen vor, sind unverzüglich gegensteuernde Maßnahmen zu setzen. Nun muss der Fuß von einem Spezialisten begutachtet werden, der entsprechend der Veränderungen die ersten Therapie- und Diagnoseschritte setzt und Aufklärung und Beratung des Patienten übernimmt.
Es ist dafür zu sorgen, dass tägliche Fußkontrollen durchgeführt werden, dass eine schonende und qualifizierte Fußpflege erfolgt, dass der Patient mit dem richtigen Schuhwerk versorgt wird. Entsprechend der Veränderungen sind weitere fortführende diagnostische Maßnahmen einzuleiten. Arterien, Venen, Lymphgefäßsystem, Nerven sind entsprechend der Risikofaktoren zu untersuchen, denn Erkrankungen der Gefäße, Nerven (Neuropathie) sind die Wegbereiter für das Vollbild des diabetischen Fußes. Es stehen uns eine Reihe von diagnostischen Möglichkeiten zu Verfügung, die wertvolle Aussagen über den Zustand der betroffenen Organsysteme machen. Bedingt durch das unterschiedliche, individuelle Risikoprofils eine Patienten sind ebenso individuelle maßgeschneiderte diagnostische und therapeutische Konzepte zu erstellen. Mit Disziplin und Konsequenz müssen diese Behandlungsziele verfolgt werden – vom Arzt und vom Patienten – das Ziel erreichen wir nur gemeinsam. Die Betreuung der Patienten hat unter Berücksichtigung einer personellen und zeitlichen Kontinuität zu erfolgen – dass heißt: Ihr betreuender Arzt muss für Sie da sein. Jederzeit kann es beim diabetischen Fuß Komplikationen geben, in kürzester Zeit, und die, nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, zum Gliedmaßenverlust oder zum Tode führen kann. Keine, auch noch so kleine Veränderung am diabetischen Fuß darf ignoriert oder bagatellisiert werden.
Gegenseitiges Vertrauen, Disziplin und Geduld sind die Grundpfeiler der Therapie. Es stehen natürlich eine Reihe weiterer Hilfsmittel zu Verfügung, um das Therapieziel, die Abheilung, zu erreichen. Medikamente, Wundauflagen, Entlastungsschuhe, Spezialverbände, lokale Eingriffe am Fuß sind nur ein kleiner Auszug aus der Liste der Behandlungsmöglichkeiten. Kommunikation zwischen Patient und Arzt runden das Therapieregime ab. Regelmäßige Kontrollen und Nachsorge verhindern, dass es wieder zu Komplikationen kommt. Und das sollte unserer aller Ziel sein